Pestizide

Unsere Informationen über Pestizide!

Wie in vielen umweltbezogenen Bereichen hört man alles Mögliche. Traditionsgemäß, den Zeitungen oder Gerüchten zufolge sind Pestizide mal unumgänglich bei der Verwaltung von Grünanlagen, mal gesundheitsschädlich.

Es ist nicht einfach, zwischen korrekter Information und Legende zu unterscheiden.

Diese Seite enthält Informationen, die von der VoG Adalia als Grundkenntnisse in Bezug auf Pestizide eingeschätzt werden.

Hier finden Sie:

  • Eine Definition des Begriffs „Pestizide“ in Worten…
  • und in einem Video...
  • Eine kurze Erklärung der mit Pestiziden verbundenen Gefahren;
  • Dokumente zum Herunterladen;
  • Nützliche Links;
  • Presseartikel.

Definition des Begriffs Pestizide in Worten....

Pestizid ist ein Begriff, der vom englischen Wort „pest“ abgeleitet wurde, das „Geißel“ bzw. „Schädlinge“ bedeutet. Pestizide sind chemische Substanzen, die in großem Maßstab zum Pflanzenschutz, zur Schädlingsbekämpfung, zur Unkrautvertilgung usw. eingesetzt werden.

Herbizide, Insektizide und Fungizide sind beispielsweise Pestizide, die zur Bekämpfung von Unkraut, Insekten und Pilzen eingesetzt werden. Aber in landwirtschaftlichen Berufen zieht man es vor, diese Substanzen „phytosanitäre Produkte“ zu nennen...
 

Die Gefahren von Pestiziden

Gesundheitsrisiken:

 

Reizungen, Erbrechen, Ohnmacht, Lungenödem, Krebs, Leukämie, Beeinträchtigung der Fruchtbarkeit… all dies sind Symptome, die bei punktueller oder wiederholter Verwendung von Pestiziden auftreten können. Diese Produkte gelangen über die Haut, die Augen, durch Einatmen und Schlucken in unseren Körper und können Haut-, Verdauungs-, Augen-, neurologische Probleme… auslösen.

Trotz aller während einer chemischen Behandlung ergriffenen Vorsichtsmaßnahmen besteht die Gefahr einer Kontamination über die Luft, das Wasser oder Nahrungsmittel.

Für Kinder ist das Risiko noch größer, denn bei ihnen reichen geringere Mengen aus, um Symptome auszulösen. Bei einem Kleinkind ist die Vergiftungsgefahr beim Kontakt mit einem toxischen Produkt 12 Mal höher als bei einem Erwachsenen.

Umweltrisiken

Jede chemische Behandlung (ob mit Insektizid, Fungizid oder Herbizid) wirkt sich zwangsläufig auf die Umwelt aus:

Verschmutzung der Oberflächengewässer und des Grundwassers (insbesondere bei chemischen Herbiziden), Vergiftung von Wasserorganismen und letztendlich Verunreinigung des Leitungswassers.

  • Zerstörung der Mikroorganismen, die für den Erhalt der Bodenfruchtbarkeit unerlässlich sind;

  • Toxizität gegenüber Insekten, Milben... die im Garten sehr nützlich sind;

  • Resistenz der Schädlinge gegen Pestizide, wodurch das (schädliche) Produkt ineffizient wird.

 

Überdies kann es sehr lange dauern, bis chemische Produkte komplett abgebaut wurden. Dies führt zum Fortbestand des chemischen Produktes im Boden und zu einer Akkumulation chemischer Produkte über die ganze Nahrungskette.

Zahlen gefällig?

  • 25 bis 75 % der phytosanitären Produkte (Pestizide) erreichen bei einer Behandlung nicht ihr Ziel.

  • Der analytische Bericht über den Zustand der Umwelt in der Wallonie (2006-2007) schätzt, dass in Belgien 8 300 Tonnen Pestizide verwendet wurden und mindestens 40 % davon (circa 3 000 Tonnen) in der Wallonie. Gut 50 % werden in der Landwirtschaft und 34,2 % von Privatpersonen und von Gemeinden benutzt.

  • Von 1995 bis 2003 ist die Menge der in der Landwirtschaft verwendeten Wirkstoffe bei Herbiziden um 18 % und bei Insektiziden um 35 % zurückgegangen.

  • Von den rund hundert Pestiziden, die zurzeit im Grundwasser überwacht werden, bewirkt ein Dutzend Pestizide den Großteil der Verschmutzungen. Dabei handelt es sich ausschließlich um Herbizide… die überwiegend nicht in der Landwirtschaft eingesetzt werden.

  • Der Einsatz von Pestiziden wirkt sich konkret auf die Qualität des Grundwassers und der Oberflächengewässer aus. So mussten beispielsweise 34 Wassergewinnungsanlagen zwischen 1993 und 2004 den Betrieb wegen Pestiziden einstellen oder Maßnahmen zur Aufbereitung des Trinkwassers ergreifen.

  • In Städten gelangen bis zu 40 % der benutzten Herbizide in die Wasserläufe.

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